Grünes Merkblatt im August



Gemüse:

Stangenbohnen mit gelben Blättern gründlich wässern und pro Quadratmeter 20-30g Dünger geben; Chinakohl Anfang August aussäen, Grünkohl, Kohlrabi, und Blumenkohl in der ersten Monatshälfte pflanzen; Winterzwiebeln für die April-Ernte säen; freie Beete für eine zweite Ernte bepflanzen, mit vorgezogenem Kopfsalat, Kohlrabi, Brokkoli und Porree die Lücken schließen; jetzt aussäen: Spinat, Winterportulak (Kuba-Spinat) als Wintergemüse, Anfang August für späte Ernte Mangold, Rettich, Kopf- und Pflücksalat säen; Beete weiterhin regelmäßig lockern und mulchen; Gewürzkräuter vor der Blüte ernten; Petersilie, Dill, Kümmel und Kerbel kann man jetzt noch aussäen; Knoblauch reifen lassen, erst ernten, wenn das Laub vertrocknet ist; Möhren nicht auf einmal, sondern nach und nach die dicksten Rüben ernten; Winterrettich säen, damit er ab Ende November erntereif ist; Bohnen nur vollreif ernten, unreife Bohnen enthalten den Giftstoff Phasin; Salbei und Thymian jetzt zum letzten mal für den Wintervorrat schneiden; auf freien Beeten als Nachkultur Gründüngung ausbringen.  


Obst und Beeren:

Fallobst sammeln, um Obstmaden und andere Schädlinge zu entfernen, die sonst die Früchte am Baum befallen können; Obstgehölze wöchentlich durchpflücken; Erdbeeren pflanzen; Bindungen bei Spalierobst kontrollieren und lockern, falls sie zu eng geworden sind; abgetragene Himbeer- und Brombeerruten zurückschneiden, pro Meter nur zehn kräftige Neutriebe stehen lassen; krankes Holz bei Obstbäumen auslichten; richtige Pflückreife bei Apfel und Birne beachten: wenn sich der Fruchtstiel beim Drehen leicht löst, ist die Frucht erntereif, nachmittags ernten, wenn das Obst trocken ist; vor der großen Obsternte den Lagerraum gründlich säubern und lüften; abgeentete Sauerkirschen zurückschneiden; Pfirsiche schneiden, zu dicht stehende und trockene Äste entfernen; Haselnüsse nur vollreif ernten (untere Hälfte der Schale muss braun sein); Äste mit starkem Fruchtbehang bei Äpfeln und Birnen ab- stützen.


Ziergarten:

Herbstblühende Zwiebelblumen stecken, Sommerblumen regelmäßig ausputzen, beste Zeit für Schnitt von Nadelholzhecken, zweiter Schnitt von Laubholzhecken; Nadelgehölze und Immergrüne pflanzen; verblühte Dahlien abschneiden; wenn Beetstauden im Flor nachlassen, Flüssigdünger geben; abgeblühte Stauden teilen und verpflanzen; Kaiserkronen, Madonnenlilien und Steppenkerzen, Pfingstrosen pflanzen; Lavendel um die Hälfte zurückschneiden, damit er noch einmal austreibt; im Teich stark wuchernde Wasserpflanzen zurückschneiden, Algen und abgestorbene Pflanzen abfischen; Flächen für Rasenneuanlagen umgraben, glätten und Langzeitdünger ausbringen; Jahresblumen noch einmal düngen; bei mehrfach blühenden Edelrosen das Welke zwei Blattansätze unterhalb der Blüte abschneiden, dies fördert neue Knospen; letzte Rasendüngung, später gedüngter Rasen wird zu mastig und kommt schlecht über den Winter.


Tipps zur Ernte von Gemüse und Kräutern

Gemüse sollte bei der Ernte gut ausgereift, aber auch nicht überreif sein. Dies gilt besonders für Fruchtgemüse, das halbreif deutlich weniger Vitamine enthält. Frühgemüse sollte, wegen des Aromas, rechtzeitig geerntet werden. Lagergemüse hingegen legt durch eine späte Ernte an Gewicht zu, und die Haltbarkeit wird verbessert. Mit ein paar einfachen Tricks können Sie den gefürchteten Nitratgehalt des Gemüses stark vermindern.  

Der späte Nachmittag bis frühe Abend ist günstiger: Dann sind Vitamingehalt und Aroma der Gartenfrüchte besonders hoch, und der Nitratgehalt ist am niedrigsten: Das gespeicherte, anorganische Nitrat wurde tagsüber unter Einfluss des Sonnenlichtes in organische Verbindungen umgebaut. Aus diesem Grund enthält Sommergemüse gewöhnlich weniger Nitrat als Frühlings- oder Herbstgemüse, das weniger Sonne abbekommt. Etwa eine Woche vor der Ernte sollten Glas-, Folien- und Fliessschutz entfernt werden, damit das Sonnenlicht die Pflanzen direkt bestrahlen kann.

Am Morgen des Erntetages, vor allem bei Wurzelgemüse, mit Spaten oder Grabgabel die Erde lockern. Dabei reißen viele der feinen Haarwurzeln ab, und die Pflanzen können nur noch wenig Nährsalze, also auch Nitrat, aus dem Boden aufnehmen. Etwa drei Wochen vor der Ernte nicht mehr düngen.

Dass das geerntete Gemüse kühl und vor Sonnenlicht geschützt aufbewahrt und bald verbraucht oder konserviert werden sollte, versteht sich von selbst.

Eine weitere deutliche Nitratminderung erreicht man durch gründliches Waschen und durch Blanchieren (kurzes Erhitzen in heißem Wasser, dann kalt abschrecken) vor dem Einfrieren. Besonders wichtig ist dies bei Blattgemüse wie Spinat und Mangold. Nun einige Ratschläge zur Ernte verschiedener Gemüsesorten. Zwiebeln: Sie sollten ab August möglichst trocken stehen, notfalls unter einem Folientunnel vor Regen schützen. Geerntet wird, sobald das Laub weitgehend vertrocknet und abgestorben ist, und die Zwiebeln sich fest anfühlen. Draußen an einem luftigen, trockenen Ort aufbewahren, anschließend kühl lagern.

Möhren sind erntereif, wenn sie eine abgerundete Spitze bekommen haben. Sie sollten für optimale Lagerfähigkeit voll ausreifen. Das Grün nicht abschneiden, sondern abdrehen, damit keine Reste bleiben, die faulen können. Gut geeignet als Zwischenlager für einige Wochen ist feuchter Sand, etwa in einem großen Eimer, in den die Möhren eingeschlagen und kühl aufbewahrt werden. Zuckermais: Schmeckt nur im Stadium der Milchreife süß, die erreicht ist, wenn die heraushängenden Fäden anfangen, sich braun zu färben.


Pflücksalat:

Wird Blatt für Blatt geerntet, das Herz bleibt stehen und bildet laufend frische Deckblätter nach. Tomaten: Schmecken am besten, wenn sie voll in der Sonne ausgereift sind. Werden späte Tomaten zum Ausreifen zimmerwarm und sonnig gelagert, entwickeln sie sogar im Herbst noch ein ordentliches Aroma.

Kartoffeln: Sind reif, wenn sich das Laub gelblich verfärbt und zu welken beginnt. Sie lassen sich gut portions-weise ernten und schmecken frisch aus dem Boden am besten. Allerdings darauf achten, dass die Knollen stets mit Erde bedeckt sind, damit sie nicht grün werden, wobei sich giftiges Solanin bildet.

Zucchini: Es ist besser, mehrmals in der Saison kleinere Exemplare zu pflücken, anstatt sie alle zu ernten, nachdem sie zu voller Größe herangewachsen sind. Dies gilt übrigens auch für Gurken. Am besten schmecken etwa 15 bis 20 cm lange Zucchini. Die laufende Ernte fördert zudem den Ertrag. Erntet man erst die voll ausgebildeten, großen Zucchini, kann es passieren, dass die Pflanze mitten im Sommer die Fruchtbildung einstellt. Dieses Phänomen lässt sich übrigens für die Urlaubszeit nutzen: Lassen Sie alle Zucchinifrüchte an den Pflanzen, wodurch keine weiteren Fruchtansätze gebildet werden. Nach dem Urlaub ernten Sie komplett ab und geben einen Schnelldünger, etwa Blutmehl oder Kalkammonsalpeter und bald geht es wieder los mit dem Erntesegen.

Last but not least, einige Tipps für die Kräuterernte:  

Generell gilt: Kurz vor der vollen Blüte ernten, dann ist der Gehalt an Aroma- und Duftstoffen am höchsten. Küchenkräuter sollten möglichst trocken unter Dach und Fach kommen. Deshalb werden sie, im Gegensatz zum Gemüse, um die Mittagszeit geerntet, möglichst an einem warmen, sonnigen Tag: Aroma und Duft haben sich voll entfaltet. Die Kräuter werden gebündelt und zum Trocknen an einen luftigen Platz gehängt. Ein Teil der Ernte von Basilikum, Minze, Thymian, Oregano und Majoran sollte frisch konserviert werden. Sie werden kleingehackt und in Eiswürfelbehältern tiefgefroren - so haben Sie auch im Winter stets einen Vorrat frischer Küchenkräuter.

Kräutersamen:

Jetzt bilden viele Küchenkräuter ihre Samen aus (Koriander, Kümmel, Anis, Gewürzfenchel oder Dill). Einen Teil der Samen kann man für die Neu-Einsaat in der nächsten Saison aufbewahren. Ansonsten verfeinern die würzigen, gemörserten Samen viele Fleisch- oder Gemüsegerichte und Salate. Bei der Ernte sollten Kräuter-Samen gut ausgereift, aber nicht überreif sein, sonst fallen sie beim Einsammeln ab.

Die Triebe mit den Blütendolden vorsichtig abschneiden, bündeln und an einen trockenen, luftige Ort hängen. Darunter Papier ausbreiten, um herabfallende Samen aufzufangen. Nachdem die Dolden gut durchgetrocknet sind, in einem Karton oder Eimer ausklopfen und Verunreinigungen entfernen. Die Samen lichtgeschützt in einem geschlossenen Gefäß (beschriften nicht vergessen!) aufbewahren. 

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