Gemüse:
Vorbereitungen für die neue Saison
treffen:
Mit Hilfe einer Bodenprobe den aktuellen Säuregehalt (pH-Wert) des
Bodens bestimmen (siehe auch Garten-Newsletter 15. September 2000). Daraus wird
der Bedarf an Kalk errechnet, der, falls nötig, als kohlensaurer Kalk oder
Algenkalk in den trockenen Boden eingearbeitet wird. Beim Planen der Gemüsebeete
die Fruchtfolge beachten:
Stark-, mittel- und schwachzehrende Gemüsearten
sollten sich abwechseln. Jede Gemüseart sollte einen anderen Platz als im
Vorjahr bekommen. Sorten mischen und neben Neuzüchtungen auch altbewährte Sorten
pflanzen; so gibt es weniger Ausfälle durch Krankheiten und Schädlinge.
Samenvorräte sichten, auflisten und evt.
rechtzeitig durch Zukauf ergänzen. Bei älterem Saatgut eine Keimprobe vornehmen:
Dazu eine kleine Portion Samen auf einem angefeuchteten Haushaltspapier in einer
geschlossenen Schale auslegen. Wenn die Hälfte der Samen keimt, sind sie noch
brauchbar, andernfalls besser frisch kaufen. Samen von Tomaten, Erbsen,
Feldsalat und Zwiebeln bleiben nur zwei Jahre keimfähig, Kürbis und Zucchini
dagegen drei bis vier Jahre.
Kompost im Winter nicht umschichten, da
Kälte die Rotte verzögert.
Lagergemüse regelmäßig kontrollieren,
schlechtes Gemüse aussortieren; bei milder Witterung den Lagerraum gut
durchlüften. Erd-Gemüsemieten wöchentlich überprüfen, da Fäulnis sich schnell
ausbreiten kann. Das Lager so verschließen, dass keine Mäuse eindringen können.
Gemüse bleichen, jetzt lassen sich die
Wurzeln von Löwenzahn, Petersilie und Chicoree verdunkeln und bei 15 Grad
antreiben.
Rotkohl-Saaten sind jetzt bei rund 15
Grad C möglich, sie brauchen je nach Lichtverhältnissen und Temperatur etwa acht
bis neun Wochen bis zur Pflanzung.
Obst und Beeren:
Bei den durch Wildverbiss oder
Schneebruch verletzten Obstgehölzen die Wundränder glatt schneiden und mit einem
Wundmittel verschließen. Johannis- und Stachelbeeren können jetzt unbeschadet
geschnitten werden. Obstgehölze nicht bei Frost schneiden (für den Schnitt ist
noch bis Februar Zeit), da die Schnittwunden aufreißen und schlecht verheilen.
In Rindenritzen sitzende Schädlinge mit einer harten Bürste entfernen.
Edelreiser interessanter Obstarten fürs Frühjahr schneiden: Endtriebe mit
wenigstens sechs bis sieben Knospen verwenden und in feuchten Sand oder einer
mit Draht ausgelegte Erdgrube einschlagen.
Erste Düngung von Obstbäumen: Auf
schweren Böden Volldünger (50 Gramm/qm) im Kronenbereich streuen. Dann den Boden
mit einem Stahlbesen oder Rechen aufrauen, damit die Nährstoffe Bodenkontakt
bekommen. Stützpfähle kontrollieren, die Seile sollten stramm sitzen, dürfen
aber nicht in die Rinde schneiden. Wurzelschosse von Obstbäumen mit der
Baumschere an der Basis abschneiden.
Ziergarten:
Sommergrüne Hecken können bei milder
Witterung zurückgeschnitten werden. Zu dicht stehende Laubgehölze mit Ballen
ausgraben und umsiedeln. Ältere Ziersträucher auslichten, damit sie wieder in
Form kommen. Nach starkem Schneefall Nadelbäume- und hecken von der Schneelast
befreien.
Vogelnistkästen leeren und säubern, damit
sie wieder einzugsfertig sind, wenn die neue Brutsaison beginnt.
Empfindliche Immergrüne an sonnigen Tagen
durch Jute- oder Strohmatten vor krassem Temperaturwechsel schützen. Bei
Kahlfrösten ohne Schneeschutz für Windschutz bei empfindlichen Pflanzen sorgen,
mit Reisig abdecken. Bei sehr starkem Frost ohne Schnee auch die Wurzeln
winterharter Gehölze und Stauden mit dicker Laubschicht oder Reisig schützen.
Rasen bei Frost möglichst nicht betreten,
da gefrorene Halme leicht brechen, und sich dort im Frühling Faulstellen bilden
können. Beim Sommerflieder den Wurzelbereich mit einer dicken Laubschicht vor
Frost schützen, dann treibt er im Frühjahr besser aus. Frostkeimer in Schalen
säen und im Freien aufstellen. Südseite der Stämme von Ziergehölzen mit Brettern
oder Kalkanstrich schützen, damit keine Frostrisse in der Rinde entstehen.
Aussaat im Zuchtkasten
Bestimmt kribbelt es Ihnen auch schon in
den Fingern? Sie möchten es endlich wieder wachsen sehen und in den
Gartencentern locken jetzt bereits neue, bunte Samentütchen. In Anzuchtkästen
können Sie schon jetzt, lange vor der Aussaatzeit draußen, Gemüsepflanzen,
Balkon- und Sommerblumen anziehen. Grundvoraussetzung für das gute Gelingen sind
Wärme, Licht, Luft, Feuchtigkeit und geeignete Anzuchterde.
Der beste Erfolg stellt sich ein in
beheizbaren Anzuchtkästen mit transparenter Klimahaube..
Oder man stellt gewöhnliche Saatschalen auf einen Flächenheizleiter, denn es ist wichtig, dass die Wärme
gleichmäßig
verteilt wird. Gewöhnlich steht auf den Samentütchen, welche Bodentemperatur
optimal für die Keimung der jeweiligen Pflanze ist.
Gute Lichtbedingungen bietet das
Fensterbrett an einem Südfenster, direkte Dauersonne sollte jedoch vermieden
werden. Nach dem Keimen sollten die jungen Pflänzchen, zumindest bis es ab Mitte
Februar wieder heller draußen wird, zusätzliches Licht von einer
Pflanzenleuchte bekommen.
Je nach Pflanzenart dauert die Keimphase
einige Tage bis einige Wochen. Während dieser Zeit dürfen die Samen nicht
austrocknen, sollten aber auch nicht zu nass werden. Am besten ist es, regelmäßig zu sprühen, am besten morgens. Die Feuchtigkeit ist optimal, wenn
sich an der Innenseite der Abdeckung ein hauchdünner Wasserfilm bildet. Tropft
es von der Abdeckung, muss die Feuchtigkeitszufuhr reduziert werden.
Für ausreichende Luftzufuhr sorgen Belüftungsklappen in der Abdeckhaube. Falls die Anzuchtschale mit Folie
abgedeckt wird, sollte diese mit kleinen Luftlöchern versehen werden. Wenn die
zarten Keimspitzen erscheinen, wird die Abdeckung einen Spalt breit geöffnet,
nach drei bis vier Tagen schräg gestellt und nach weiteren zwei bis drei Tagen
ganz entfernt.
Zum Thema Erde:
Am bequemsten ist spezielle Aussaaterde
aus dem Gartencenter.
Gut geeignet ist auch eine selbst
hergestellte Mischung aus jeweils einem Drittel Gartenerde, Torf und Sand.
Normale Blumenerde ist wegen des hohen Nährstoffgehaltes nicht geeignet. Nach
Beendigung der Keimphase werden die Pflänzchen "pikiert". Man sollte nur
kräftige Exemplare nehmen. Sie werden in kleine Töpfchen oder spezielle
Torftabletten oder -platten verpflanzt, in denen sie kräftige Wurzeln ausbilden.
Winterfütterung von Vögeln
Soll man Vögel im Winter füttern oder
schadet die gut gemeinte Hilfe? Immer wieder streiten Naturfreunde über
den Sinn des Vogelfütterns.
Sicher ist das gefüllte Futterhaus keine
vordringliche Aufgabe des Vogelschutzes, aber doch eine Überbrückungshilfe für
raue Zeiten. Nirgendwo sonst können gerade Kinder so schön Vögel beobachten und
kennen lernen, wie am Futterhaus. Und dabei zu Verständnis, Liebe und
Verantwortungsgefühl für die Natur hingeführt werden. Allerdings sollte man
einige Spielregeln einhalten. Im Naturgarten finden Vögel das ganze Jahr über,
selbst noch in einem milden Winter, Insekten, Samen und Beeren. Sinnvoll ist die
Fütterung bei geschlossener Schneedecke und bei starkem Frost. Raureif macht
die Nahrungssuche für Vögel besonders schwierig.
Das Angebot im Futterhaus:
Sonnenblumenkerne, Körnergemisch mit Hanf, Hirse oder Gerste und Nüssen für
Finken, Kleiber, Meisen und Spechte, Sperlinge und Gimpel, Zeisige und
Goldammern. Meisen, Spechte und Kleiber gehen gerne an Speckschwarten oder Talg
(in flache Dosen gießen), die man an Baumstämmen befestigt. Weichfutter wie
Haferflocken, Körnerschrot, getrocknete Beeren (etwa Weißdorn, Eberesche,
Liguster, Mehlbeere oder Holunder), Rosinen und angefaulte Äpfel in kleinen
Stücken sind für Star, Drosseln, Amsel, Zaunkönig, Finken, Heckenbraunelle,
Baumläufer oder Rotkehlchen geeignet; Meisen turnen gerne an hängenden Ringen
oder Knödeln aus Rindertalg mit Körnern. Niemals Brot oder Essensreste
füttern!
Das Futter darf nicht nass und vom Kot
der Vögel verunreinigt werden. Futterhäuschen auf Fensterbrett oder Terrasse und
Futterstellen zur Bodenfütterung regelmäßig reinigen. Ein Futtersilo (es gibt
Modelle zum Aufhängen oder -stellen) oder eine Futterglocke, aus denen die
Körner nach Bedarf nachrieseln, lösen das Problem von selbst. Es gibt sie für
Körner- und Weichfutterfresser, auch zur Bodenfütterung im Garten. Die
Futterstellen müssen vor Schnee und Wind geschützt werden, gut geeignet zur
Abschirmung sind Fichten-, Tannen- oder Kiefernzweige - die sehen hübsch aus und
bieten zugleich Lande- und Sitzplätze.
Greifvögel und Eulen mit Fleisch zu füttern, und das ist im privaten Garten nicht ratsam: Es zieht Ratten, Füchse
oder Marder an, darf nicht durchfrieren und muss deshalb ständig kontrolliert
werden. Dies sollte Aufgabe gezielter Aktionen kleiner Arbeitsgruppen des
Vogelschutzes sein. Greift sich ein Sperber einmal einen unserer Futtergäste,
ist das keine Katastrophe. Auch dieser noch immer gefährdete und gar nicht so
häufige Greifvogel muss im Winter sein Überleben meistern und ist auf ein
bisschen Verständnis und Hilfe angewiesen. Sein Besuch am Futterhaus schadet dem
Singvogel-Bestand im Garten keineswegs. Notfalls lässt sich an einem anderen
Platz eine für die gefiederten Kostgänger weniger gefährliche Futterstelle
einrichten.
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