Grünes Merkblatt im März




Gemüse:

Zwei Wochen vor der Gemüsesaat den Boden vorbereiten: Erde flachgründig lockern und bei Bedarf mit Dünger oder Kompost versorgen. Für Wurzelgemüse vorgesehene Beete tiefgründig lockern. Auf erwärmten und abgetrockneten Böden lassen sich jetzt Zwiebeln, Möhren, Pastinaken, Kohlrüben, Spinat, Mangold, Chicoree und Rettich aussäen. Gründünger, der den Winter über auf den Beeten stand, umbrechen. Auf vorerst nicht genutzten Beeten neuen Gründünger (Gelbsenf, Bienenfreund, Ackerbohnen) aussäen.

Von Mitte März bis Mitte April ist Pflanzzeit für Grünspargel: 40 Pflanzen 
15 cm tief im Abstand von etwa 1 x 0,5 m in humösen, durchlässigen Boden gesetzt, decken den Bedarf einer vierköpfigen Familie. Rettiche so früh wie möglich säen, um der Rettichfliege zuvorzukommen, die erst ab Ende April ihre Eier ablegt; evt. Rettichpflanzen mit Vlies oder Kulturschutznetz gegen die Maden abdecken.

Vorkultur von Gemüse, das im April/Mai gepflanzt wird, etwa Rot- und Wirsingkohl, Kopfsalat und Tomaten. Aussaaten gleichmässig feucht halten, frische Aussaaten mit sanfter Brause wässern. Winterkulturen (Feldsalat, Lauch, Spinat, Grünkohl) von den Beeten räumen. Knoblauch für die Augusternte kann jetzt noch gesteckt werden. Komposterde aussieben und bis zur Verwendung bedeckt halten. Sobald der Boden frostfrei ist, können winterharte Kräuter wie Lavendel, Minze, Liebstöckel oder Zitronenmelisse gepflanzt werden. Im frostfreien Boden Zwiebeln stecken.


Obst und Beeren:

Bei frostfreiem Boden können jetzt Baum- und Beerenobst gepflanzt werden; Obstgehölze mit Kompost, organischem Handelsdünger oder abgelagertem Stallmist düngen.

Spätestens Anfang März, vor Ende der Saftruhe, letzte Möglichkeit für den Obstbaum- Winterschnitt. Monatserdbeeren am Zimmerfenster (ca. 20 Grad C) aussäen. Ende März/Anfang April empfindliche Obstarten wie Quitten, Walnüsse, Wein, Aprikose, Pfirsich oder Kiwis pflanzen. Gegen Ende März Sonnenschutzmatten an Wandspalieren entfernen. Für frühe Erdbeerernte die Pflanzen mit Folie abdecken, während der Blüte Folie öffnen.

Vor der Erdbeerblüte abgestorbene Blätter entfernen, die Erde zwischen den Pflanzen lockern, mit Erdbeerdünger versorgen und mulchen. Triebe von Brombeeren und Himbeeren aufleiten und zurückschneiden. Beerensträucher mit Kompost düngen. Beerenobst zur Verjüngung durch Entfernen ganzer Zweige lichten.


Ziergarten:

Sobald der Boden frostfrei und abgetrocknet ist, Gräser, Farne und herbstblühende Stauden pflanzen. Winterschutz von Rosen entfernen und die Stöcke schneiden. Was für den Fruchtwechsel beim Gemüse gilt, empfiehlt sich auch für Rosen: Neue Rosen also nicht mehr an dieselbe Stelle pflanzen. Blumenbeete räumen, Stengel und Fruchtstände von Stauden abschneiden.

Ab Mitte März erste Direktsaat von Sommerblumen, etwa Ringelblume, Kornblume, Fuchsschwanz, Klatschmohn, Jungfer im Grünen oder Trichtermalve. Jetzt Feuersalbei auf der Fensterbank vorziehen, da er drei bis vier Monate zur Blütenentwicklung braucht.

Sobald kein Schnee mehr zu erwarten ist, Rasen abrechen und vertikutieren, um einen Teil des Mooses zu entfernen. Rasen düngen, bei schweren Böden Sand aufstreuen und beides in die Krume einarbeiten.

So sind die Gräser beim Wachstumsstart optimal versorgt und können das Moos überwachsen. Vor dem Triebwachstum immergrüne Buchshecken und Nadelgehölze schneiden, falls dies nicht bereits im Spätherbst geschehen ist. Beste Pflanzzeit für Gehölze und Stauden. Hyazinthen nach der Blüte zur Erholung nach draußen in frostfreien Boden setzen.

Sobald keine Kahlfröste mehr zu erwarten sind, Winterschutz von Stauden und Gehölzen entfernen. Von Mitte März bis Ende April können Edelwicken gesät werden. Anzucht von Sommerblumen am Fenster. Zweijährige wie Stiefmütterchen und Vergissmeinnicht jetzt an ihren Stammplätzen auspflanzen. Im Staudengarten aufräumen, hochgefrorene Stauden wieder andrücken, abgestorbene Pflanzenreste und Laub entfernen und düngen, sobald die Stauden austreiben.


Frühjahrsputz für Zimmerpflanzen

Die Frühlingssonne bringt es an den Tag:
Den Winter über sind die Zimmerpflanzen ganz schön angestaubt, und können einen Frühjahrs putz vertragen. Außerdem ist jetzt die Zeit für den Rückschnitt günstig. Pflanzen, die über einem Heizkörper an der Fensterbank stehen, sind gewöhnlich besonders stark verstaubt. Staub ist nicht nur unschön, sondern schadet auch den Pflanzen: Er verstopft die winzigen Spaltöffnungen in den Blättern, behindert die Assimilation und Atmung der Pflanzen und damit das Wachstum. Die beste Kur für Zimmerpflanzen ist übrigens, sie an warmen, regnerischen Sommertagen draußen mal kräftig durchregnen zu lassen.  


Grosse, glatte Blätter lassen sich am leichtesten säubern: Mit einem Schwammtuch, das mit einer schwachen Seifenlauge angefeuchtet ist.

Bei kleinblättrigen Arten ist die Reinigung einzelner Blätter ziemlich mühsam. Man duscht sie einfach rundum mit lauwarmem Wasser ab. 
Damit die Topferde nicht ausgespült wird, bindet man eine Plastiktüte drüber. Kleinen Pflanzen verpasst man eine kurzes Tauchbad und duscht sie danach ab.

Pelzige und stachelige Pflanzen vertragen keine Nässe, und werden mit einem nicht zu weichen Pinsel entstaubt; gut eignet sich auch ein Föhn, der auf kühl und die kleinste Stufe eingestellt wird.

Bei dieser Gelegenheit werden die Topfpflanzen am besten gleich auch ausgeputzt. Braune Triebspitzen sind den Winter über wegen der trockenen Heizungsluft oft nicht zu vermeiden. Sie werden mit einer sehr scharfen Schere abgeschnitten. Und zwar so, dass noch ein wenige Millimeter breiter, trockener Teil stehen bleibt.

Manche Pflanzen schießen im Winter "ins Kraut" und bilden, um den Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit auszugleichen, lange, staksige Triebe aus. Diese werden knapp über einer Knospe eingekürzt. Die so gestutzten Pflanzen verzweigen sich besser und wachsen buschiger. Die abgeschnittenen Triebe eignen sich übrigens als Kopfstecklinge. Nachdem sie bewurzelt sind, die Triebspitzen abzwicken, damit sie schön buschig wachsen. 


Umtopfen: Neue Erde bewirkt oft Wunder

März und April, wenn die Blätter neu treiben, ist der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen von Zimmerpflanzen. Kästen und Kübel finden Sie hier: Blumenkästen und -töpfe. Umtopfen während der Blütezeit vertragen die Pflanzen übrigens schlecht. Wie oft umgetopft werden sollte, hängt vom Wachstum ab. Jungpflanzen durchwurzeln die Töpfe recht rasch und brauchen jedes Jahr einen größeren Topf.

Ältere Pflanzen werden verpflanzt, wenn die Erde ausgelaugt und verbraucht ist. Falls man sich nicht sicher ist, hebt man vorsichtig die Pflanze aus dem Topf: Ist die Erde völlig durchwurzelt, ist es Zeit zum Umtopfen, spätestens aber, wenn die Wurzeln durch die Abflusslöcher sprießen. Ebenso, wenn die Proportionen zwischen Pflanze und Topf nicht mehr stimmen, oder die Erdoberfläche von Kalkablagerungen verkrustet ist. Auf jeden Fall sollte alle drei bis vier Jahre umgetopft werden, bei Kakteen alle zwei bis drei Jahre.  

Der Durchmesser des neuen Topfes muss drei bis vier Zentimeter größer sein, als beim alten Topf. Wurde eine Pflanze zurückgeschnitten, bis zum Umtopfen etwa zwei Wochen warten, damit sie sich inzwischen erholen kann.  

Ob Ton- oder Plastiktopf, ist Geschmacksache. Tontöpfe müssen vor Gebrauch 24 Stunden gewässert werden, damit sie der Erde nicht die Feuchtigkeit entziehen. Tontöpfe sind standfester und vernässen nicht so schnell. Allerdings muss man häufiger gießen, weil mehr Wasser verdunstet.

Falls der Wurzelballen sich nicht aus dem alten Topf löst, kann man vorsichtig mit einem langen Messer nachhelfen. Oder man dreht den Topf um und stößt ihn mit dem Rand auf die Tischkante. Sitzt der Ballen sehr hartnäckig, keine Gewalt anwenden, das schadet den empfindlichen Wurzeln. Besser der Tontopf zerdeppern, oder den Plastiktopf in Stücke schneiden.

Erde von guter Qualität ist beim Umtopfen das A&O, hier sollte man nicht am falschen Ende sparen. Minderwertige Erde ist oft nicht sterilisiert, weshalb sie leicht schimmelt, außerdem sind Zusammensetzung und Düngergehalt meist nicht optimal. Blumenerde ohne Torf (stattdessen mit Rindenhumus oder Kompost versetzt) ist übrigens ebenso hochwertig, wie Substrat mit Torfzusatz.

Wer torffreie Erde kauft, leistet einen Beitrag zur Erhaltung der Moore. Gute Blumenerde ist vorgedüngt, der Nährstoffvorrat reicht für etwa acht bis zehn Wochen. Für Kakteen, Orchideen und Azaleen lohnen sich spezielle Mischungen. Azaleenerde eignet sich übrigens auch gut für Hortensien und Kamelien.

Um Wasserstau am Topfboden zu vermeiden, legt man zunächst eine Drainage aus Tonscherben, Kieselsteinen oder Blähton. Die Pflanze sollte nicht tiefer eingesetzt werden, als zuvor. Man gibt also zunächst soviel Erde in den Topf, dass die Pflanze auf der gleichen Höhe sitzt wie vorher, platziert sie in der Mitte und füllt rund um den Wurzelballen mit Erde auf. Als Gießrand bleiben zwischen Erdoberfläche und Topfrand etwa zwei Zentimeter frei. Erde leicht andrücken und die Pflanze angießen.

Viele Zimmerpflanzen lassen sich beim Umtopfen gut durch Teilung verjüngen, etwa Bubiköpfchen, Farne, Korallenmoos, Pfeilwurz, Simse, Zierspargel, Zimmerbambus, Zimmerhafer oder Zyperngras. Der Wurzelballen wird einfach auseinandergezogen oder mit einem scharfen Messer durchtrennt. Je nach Größe lassen sich zwei oder mehr Einzelpflanzen gewinnen.

Die Teilstücke in nicht zu große Töpfe pflanzten und die erste Zeit nur sparsam gießen. Ganz leicht lässt sich Nachwuchs ziehen bei Pflanzen, die sogenannte Kindel bilden, etwa Bromelien, Grünlilie, Schraubenbaum oder Tolmiea ("Huckepackpflanze"). Die Kindel werden mit einer scharfen Schere abgetrennt und in nicht zu große Töpfe eingepflanzt.


Einjährige Blumen im Staudenbeet

Sorgen Sie schon jetzt durch Vorkultur einjähriger Blumen für Blütenpracht im Garten den ganzen Sommer über.

In Staudenbeeten gibt es oft ärgerliche Lücken, außerdem blühen die meisten Stauden nur relativ kurz. Pflanzen Sie einjährige Blumen zwischen die Stauden, das ist so gut wie eine Garantie für Blütenpracht bis weit in den Spätherbst hinein. Einjährige Blumen entfalten eine unglaubliche Blütenpower. Der Grund: Die meisten Arten stammen aus heißen und trockenen Regionen etwa in Kalifornien, Südafrika oder Chile. Regen gibt es nur einmal im Jahr, und die Blumen müssen innerhalb einer kurzen Saison die Art erhalten. Also mit üppiger, bunter Blütenfülle möglichst viele Insekten anlocken, die die Blüten bestäuben. Im Garten jedoch herrscht keine Trockenheit und es ist meist gut gedüngt, weshalb die Einjährigen dort von Mai bis zum ersten Frost blühen.

Eine gute Lösung sind Einjährige besonders für frisch gepflanzte Staudenbeete: Die Abstände zwischen den Stauden sind dann noch recht groß, und lassen sich gut mit einjährigen Blumen füllen. Gut geeignet sind beispielsweise Löwenmaul, Zinnien, Verbenen, Spinnenblume, Heliotrops oder Buntschopfsalbei.

Nun ein paar Tipps für die Praxis:

Langsam keimende Sommerblumen (z.B. Heliotrop, Ziertabak oder Verbenen) schon ab Mitte Februar auf der Fensterbank vorkultivieren. Säen Sie 5-6 Samen pro Topf und lassen Sie nach dem Aufgehen die drei kräftigsten Keimlinge stehen. Praktisch sind Papp- oder Torftöpfe: Nach den Eisheiligen können Sie dann die Jungpflanzen direkt in den Töpfen auspflanzen.

Schnellwüchsige Sommerblumen, etwa Ringelblumen, Sommerastern, Studentenblumen oder Bechermalven lassen sich gut in einem Frühbeetkasten vorziehen. Es wird in Reihen ausgesät. Die Samen dünn mit Erde abdecken und mit einer Harke sorgfältig andrücken. Den Frühbeetkasten an sonnigen Tagen lüften!

Zinnien, Studentenblumen und Kosmeen werden ab Mitte April direkt im Garten ausgesät. Man sät entweder breitwürfig oder in Reihen. In Reihen stehende Jungpflänzchen lassen sich leichter jäten. Damit man die kleinen Pflanzen nicht aus Versehen umharkt, wird die Aussaatfläche mit einem Rahmen aus Sand markiert. Die Samen nur ganz dünn mit Erde bedecken und mit einem Brett anklopfen. Die Aussaatfläche mit Vlies vor Wind, Sonne und hungrigen Vögeln schützen. Zu dicht stehende Sämlinge vereinzeln.


Viele Sommerblumen gibt es auch als Saatbänder, was besonders bequem ist:

Man zieht etwa zwei Zentimeter tiefe Rillen ins Beet, legt die Bänder hinein, bedeckt locker mit Erde und gießt gut an. Nach etwa zwei Wochen keimen die Samen, das Papier des Saatbandes verrottet. Es gibt Sommerblumen-Saatbänder übrigens auch in attraktiven, etwa blauen, roten oder bunten Artenmischungen. Ab Mitte Mai ist Auspflanzzeit. Die Wurzelballen vor dem Einsetzen gut durchfeuchten, Papp- oder Torftöpfe müssen tropfnass sein.

Die Erde im Blumenbeet wird mit Blumenerde oder Kompost angereichert. Setzlinge nicht zu tief pflanzen: Die Oberkante des Wurzelballens sollte ebenerdig abschließen. Frostempfindliche Arten (etwa Leberbalsam, Gazanien, Begonien, Verbenen) bei Nachtfrostgefahr abends mit Folie oder Vlies schützen.

Tipps & Topps

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